AntiRost auf dem Kohlmarkt im Rahmen von Braunschweig FairSteht 2018

An fast alles hatten wir gedacht, den Transport vom mobilen Industriemuseum hatte Heinz organisiert, Tische, Stühle, Ausstellungsmaterialien und Hilfsutensilien wie Tesafilm waren vorhanden. Das eins fehlte, war Kuschi als einem der ersten Besucher auf dem Kohlmarkt gleich aufgefallen: Kaffee und Becher waren nicht vorhanden. Also ist Kuschi ohne viele zu sagen losmarschiert und nach kurzer Zeit mit einer großen Kanne Kaffee und Becher zurückgekommen. Das ist eben Kuschi, DANKE.

Wir hatten Glück, nicht nur mit dem Wetter, denn als Ausstellungsfläche hatten wir auf dem Kohlmarkt den Platz zwischen der Suppenküche und dem Brunnen zugewiesen bekommen. dort war viel Laufkundschaft unterwegs. Der Stand von AntiRost wurde zeitweise von Günther Hinterberg, Willi Meister und während der ganzen Veranstaltung von Heinz Sahlbach betreut. Da alle 3 stadtbekannte Größen sind, blieben viele Personen stehen, um die Gelegenheit zu Gesprächen zu nutzen.

Aber nicht nur Insider haben sich informiert, sondern auch andere Passanten. Das Plakat „AntiRost ist…“ wurde von vielen aufmerksam gelesen und abfotografiert. Auffällig war, dass auch viele Frauen stehen blieben. Haben sie Aufgaben für sich selbst oder für ihre Männer gesucht, die vielleicht nach ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben untätig zu Hause herumsitzen?

Auf dem Stand wurde gezeigt, was bei AntiRost so los ist: das mobile Industriemuseum, Fahrradreparatur Rollstühle und Rollatoren werden überprüft, Holzarbeiten, Musik, Theater, Spiele, Nachbarschaftshilfe, Senioren helfen Senioren und vieles mehr. Nicht geplant war, dass Günther sein E-Motorrad am mobilen Industriemuseum  abstellt. Durch sein Bike wurde aber ungewollt symbolisiert, dass wir AntiRostler uns nicht nur mit alten Dingen beschäftigen, sondern technischen Neuerungen durchaus aufgeschlossen sind. Das ist auch AntiRost.

Braunschweig FairSteht stand 2018 unter dem Motto „Arbeit“. Es drehte sich sehr viel um fairen Handel, faire Arbeitsbedingungen usw., also hauptsächlich um Arbeit während des Berufslebens. Aber was ist mit uns, die nicht mehr im Berufsleben stehen? Sind unsere Berufs- und Lebenserfahrungen nichts mehr wert? Der AntiRost-Stand sollte genau das Gegenteil symbolisieren. Günther Hinterberg berichtete im Nachhinein, dass er im Rahmen der Veranstaltung mehrere Gespräche genau zu diesen Themen mit dem Landesbischof, dem Handwerkskammerpräsidenten u. a. geführt hat und es in Zukunft stärker thematisieren will.

Text: Hauke Peters

Bilder: Braunschweiger Zeitung, Ulrich Feise