Artikel in der Vereinszeitung “Zahnrad” 15 vom Oktober 2012
Übergabe restaurierter Geräte an das Gärtnermuseum Wolfenbüttel
Liebe Freunde des Vereins Gärtnermuseum,
wir freuen uns, Ihnen wiederum aufgearbeitetes Werkzeug und Gerät für ihr Museum übergeben zu können, das wir sorgsam und angelehnt an alte Handwerkstraditionen restauriert haben.

Nach der Entrostung wurden die Gerätschaften mit Leinölfirnis behandelt. Diesmal stammen viele Werkzeuge aus dem Nachlass eines Sammlers. Die Teile lagen auf einem Schrottcontainer. Von da stammen auch Rösttrommel, Sieb, Machete, Maurerhammer und weitere Teile. Die Milchkanne ist aus Ihrem Besitz, und sie wurde in der BMA, bei uns nebenan sandgestrahlt und grundiert. Auch der breite hölzerne Rechen stammt aus Ihrer Scheune. Alle Stiele der Handgeräte waren vom Holzwurm zerfressen und mussten erneuert werden. Die Geräte wurden von folgenden  Anti- Rostlern bearbeitet: Dieter Kuschniersch, Dieter Handel, Fritz Opitz, Alex Nesterenko, Otto Focke, Heinz Salbach, Manfred Klein und Eberhard Kaubisch.
Lydia Schmidt und Robert Heuer betreuten das Projekt.
Wir freuen uns, dass wir diese Produkte an das Gärtner- museum übergeben können, die Materialkosten trägt der Verein AntiRost. Wir wünschen dem Projekt „Aufbau des Gärtnermuseums“ guten Erfolg und viele Unterstützer, wir sind auch weiterhin gerne für Sie tätig“.
Text : G. Hinterberg, Foto R. Schmidt

Artikel in der Vereinszeitung “Zahnrad” 07. vom 31. Mai 2010
Die Erbsensämaschine
Wissen Sie was eine Erbsensämaschine ist? Nein? Ich wusste es auch nicht – Meine Mutter säte die Erbsen immer mit der Hand In unserem Projekt: Gärtnereimuseum Wolfenbüttel und der Schule am Gutspark in SZ – Flachstöckheim lernte ich sie kennen. Sie sollte von uns für Museumszwecke und für Demonstrationen gebrauchsfähig gemacht werden. Es ist ein Projekt mit Schülern. Meine Partner hießen Alex und Bernd (Name geändert), ca. 14 Jahre alt, handwerklich begabt, mäßig interessiert.

Das einrädrige Gerät aus den zwanziger Jahren, ein maßkruggroßer Behälter mit vorgehängtem Rillenzieher und rückwärtigen v-förmig angebrachten Zuschauflern, eingerostet und verbogen, sollte wieder hergestellt werden. Zuerst zerlegten wir das Gerät in seine Einzelteile. Alex schraubte, Bernd notierte, wohin welche Schraube und in welches Loch welcher Splint gehörte. Schön säuberlich legten sie die zusammengehörenden Teile, nummeriert und beschriftet, auf die Werkbank und begannen mit Drahtbürste und Schmiergelpapier sie zu entrosten.
Dann mussten sie zur Schule.Eine Woche später kam nur Alex. Bernd war krank.. Gemeinsam fuhren wir fort, die Einzelteile vom Rost zu säubern und zu fetten, die verbogenen Teile zu begradigen, den Behälter auszubeulen. Wiederum eine Woche später. Die Maschine sollte montiert werden, ich kam in die Werkstatt. Sämtliche Einzelteile lagen durcheinander in einer Kiste, die Beschriftung fehlte. Wer die Werkbank „aufgeräumt“ hat, war nicht feststellbar.. Kein Alex kam, auch kein Bernd, und damit auch keine Notizen.
Kiste ausgepackt, alles neu geordnet. Was gehört wozu? Verd…, welcher Splint gehört wohin – und wie war denn bloß die Borstenwalze im Erbsenbehälter mit der Radwelle verbunden? Probieren. Ja so könnte es gehen. Alles passte zusammen. Aber wo gehörte die übriggebliebene Muffe hin? Alles wieder auseinander geschraubt, noch mal von vorn. Lok-Dieter kam vorbei, schmunzelte: Die Muffe muss, glaube ich, in die Nabe der Borstenwalze, die dann über die Welle, dann festschrauben. So, passt! Na, das hätten wir – aber da ist ja kein Gewinde? Also Splint. Kein Splint da. In der Werkstatt vorhandene Splinte zu groß. Schnell zu Ohlendorf. Splinte gekauft. Und dann ging's, Maschine fertig, funktioniert, dem Museum übergeben, alle glücklich.
Übrigens: Mit den anderen Gerätschaften (Sackkarre, Grabgabel, Sicheln, Dosenverschlußmaschine u.a.), ging es nicht so chaotisch zu, denn da hatten Fachleute die Oberaufsicht, keine Hilfsarbeiter.
Text: Fritz Opitz, Foto: Heinz Salbach

Chronik 2013