Sehr geehrter Herr B.

Der Besuch bei Ihnen in der JVA ist uns noch sehr gut in Erinnerung. Die Eindrücke vom Gebäude, die Werkstätten und Aufenthaltsräume und vor allem die Zellen  sind immer noch präsent. Es wurde erst richtig lebendig durch Ihre Erläuterungen,  Beispiele und vor allem durch Ihre Sprache. Alles wurde sofort auf den Punkt gebracht und ungeschönt beschrieben: durch Ihre langjährige Erfahrung mit den Insassen der JVA überzeugend vorgetragen.

Beeindruckt hat uns die Art und Weise, wie Sie den Inhaftierten  begegnen. In erster Linie als Mensch, distanzvoll aber mit menschlicher Nähe, um Ihre Arbeit als Betreuer erfolgreich zu erfüllen: Vollzug mit Perspektiven und nicht aus Rache und Vergeltung. Das gelingt nur mit Beschäftigung und Kontakt, wie wir erfuhren.

Das könnte auch unser Motto in der Seniorenarbeit sein. Konzepte zur Verhinderung der Vereinsamung und das Erfahren von Wertschätzung der eigenen Fähigkeiten.     – Nur, wir leben in Freiheit!  Das erweitert unser Spektrum und Wirkungsgrad über unsere Werkstatt hinaus. Wir gehen in Schulen und Kindergärten und können unseren Erfahrungsschatz an die nächste Generation weitergeben. Unsere nachberufliche Phase wird mit Leben erfüllt, erfährt einen sinnvollen Lebensabend mit der Gewissheit, noch gebraucht zu werden. Das Wichtigste in unserer Gemeinschaft ist das Zusammenwirken vieler unterschiedlicher Begabungen, dass wir in der Gruppe etwas schaffen, was ein Einzelner nie zustande gebracht hätte. Das bildet Freundschaften und bereichert unseren Alltag als Senioren. Das beiliegende Heft möge Ihnen einen Eindruck von unserer Arbeit geben.

Es bedanken sich für Ihre Führung durch die JVA und wünschen Ihnen weiterhin eine erfolgreiche Arbeit

Ihr AntiRost und Robert Heuer.                                                                       Braunschweig, 05.März 2018